„Christbaumvergiftung“

Beier-Zauner - Christbaumvergiftung 2014 - PlakatDie beiden Kabarettisten Angelika Beier und Walter Zauner lassen ihre Zuhörer keine Sekunde darüber im Unklaren, was sie bei ihrem Programm „Christbaumvergiftung“ erwartet. Keine besinnliche Weihnacht, sondern eine Auflistung aller nur erdenklichen Katastrophen satirisch aufs Korn genommen. Zwar beginnt der Austausch der Geschenke mit Komplimenten über das geschmackvolle Geschenkpapier, die zauberhaft gebundene Schleife und mündet dann in wüste Beschimpfungen, weil keiner von beiden das Geschenk zuerst auspacken will. Selbst in den Heimatromanen der 1950er-Jahre ist die stade Zeit alles andere als leise. Dann wenn die Kirchturmglocken jegliche Romantik zerstören und die Angebetete schwerhörig ist.
Zwei Stunden lang zerlegen Angelika Beier und Walter Zauner Weihnachten in all seine Bestandteile, lassen kein Klischee aus und nicht jeder überlebt das Fest der Liebe. Als Frau mittleren Alters räsoniert Angelika Beier darüber, dass sich mit den Jahren auch die Geschenke ändern: statt zartem Parfüm – der Duft der Herbstzeitlose.
Statt erotisch-frecher Dessous mit Spitzen und Rüschen – fleischfarbene Liebestöter, die nicht einmal die eigene Großmutter anziehen würde. Vom Exmann gibt es eine Waage, seine Freundin schenkt Thymian zum Abspecken. Letztlich kommt Angelika Beier zu der Überzeugung, dass es wohl das Beste wäre, den ganzen Plunder ins Altersheim zu bringen und sich einen ganz alten Mann zu suchen, für den sie eine junge Frau sein könnte. Derlei Gedankengänge sind Walter Zauner fremd, er brilliert als engagierter Weihnachtsmarktbesucher, der von einem Münchner Weihnachtsmarkt zum nächsten hechtet und dabei keinen Glühwein und Co. auslässt.

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